Aknenarben – Behandlung und Vorbeugung

Während bei einigen Betroffenen Akne vollständig ausheilt ohne Narben zu hinterlassen, sind diese wiederum bei anderen eine bleibende Erinnerung an die Hautkrankheit. Bei besonders schwerem Krankheitsverlauf können Narben das Hautbild prägen und für Betroffene so zu einer psychischen Belastung werden.

 
Je nach Narbenart stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten der Narbenbehandlung bzw. –entfernung zur Verfügung. Diese verwandeln das Narbengewebe zwar nicht in perfekte Haut, können dieses aber zumindest unauffälliger aussehen lassen. In der Regel entscheidet der behandelnde Hautarzt über geeignete Maßnahmen und gibt Therapieempfehlungen.

Welche Narbenformen können bei Akne entstehen?

Aknenarben können ebenso wie andere Narben unterschiedliche Farben, Formen, Verhärtungen und Ausprägungen haben.

Generell werden jedoch zwei Formen von Narben unterschieden, die durch Akne entstehen können: atrophe und hypertrophe Narben.

Atrophe Narben – tieferliegend und lochartig

atrophe Aknenarben
atrophe Aknenarben

Atrophe Narben sehen aus wie ein in der Haut eingestanztes Loch und werden aus diesem Grund auch häufig als ‚Eispickelnarben‘ bezeichnet. Im Vergleich zur umliegenden Haut, sind atrophe Narben tieferliegend und eingesunken. Diese Narbenform entsteht  durch einen Gewebeverlust, da bei der Wundheilung zu wenige Bindegewebsfasern für das zerstörte Gewebe gebildet werden.

Hypertrophe Narben – höherliegend und wulstig

Hypertrophe Narben zeichnen sich durch eine überschießende Wölbung des Haut- bzw. Narbengewebes aus. Dort, wo sich ein entzündeter Pickel befunden hat, produziert die Haut in diesem Falle so genanntes ‚minderwertiges‘ Gewebe, das nicht die gleiche Struktur hat wie das gesunde Hautgewebe. Es wirkt ‚dicker‘ und liegt über der umgebenden Haut. In diesem Falle wird zu viel neues Gewebe produziert. Bleibt die Narbe auf den Ort der Entzündung beschränkt, ist sie hypertroph.

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Keloide – unkontrollierte Wucherungen
Wuchert eine Narbe im Vergleich zur hypertrophen Form unkontrolliert weiter und dehnt sich auch in andere Hautbereiche aus, wird diese Wundheilungsstörung als Keloid bezeichnet. Diese Narbenform kann bei Akne auftreten, ist jedoch häufiger nach Verbrennungen oder Verätzungen zu bemerken.

Entstehung von Aknenarben

Für die Entstehung von Narben bedarf es einer Verletzung in der Hautschicht, die meist mit einer starken Entzündung einhergeht. Ist das Bindegewebe geschädigt, versucht der Körper diese Lücke so schnell wie möglich wieder zu verschließen. Der Organismus beginnt mit der Wiederherstellung der Hautstruktur, was jedoch nicht immer reibungslos funktioniert.

Ist die Verletzung zu stark, können Narben zurückbleiben. Bei sichtbaren Narben werden Verletzungen nicht mit der gleichen Gewebezellenstruktur wiederhergestellt, sondern mit einem so genannten Ersatzgewebe. Das Ersatzgewebe schließt die Hautverletzung. Zurück bleibt entweder eine sichtbare Narbe oder, wenn das Ersatzgewebe gut mit der Haut zusammenwächst eine Narbe, die kaum sichtbar ist.

Besonders schwere Aknenformen gehen oft mit Narben einher

Grundsätzlich geht man davon aus, dass gerade besonders schwere und vor allem tief liegende Entzündungen zu einer Narbenbildung führen können. Hier ist der Aufwand der Hautregeneration besonders groß, da eine weitaus größere Hautschicht wiederhergestellt werden muss als bei einer oberflächigen Verletzung. Dieser Prozess kann je nach Schweregrad recht langwierig sein und ist gerade bei Akne conglobata fast unumgänglich und auch häufig bei Akne inversa zu finden. Hier hilft dann nur noch der vorbeugende Aspekt, damit die Narbenbildung so gering wie nur möglich bleibt.

Ist die Aknenarbe erst einmal da, so unterscheidet sich diese nicht nur im Aussehen von der angrenzenden Haut, sondern auch deren Funktion ist nicht mehr die Gleiche. Ein absolutes Kennzeichen für Aknenarben ist, dass sich darin keine Talg- und Schweißdrüsen neu bilden können und auch das Wachstum von Haaren ist von nun an bei dieser Hautstelle nicht mehr möglich. Aknenarben sind zudem in ihren elastischen Fasern deutlich eingeschränkt, so dass teilweise nur noch eine Hautverhärtung wahrgenommen werden kann, bei der sich die Narbe in sich zusammenzieht. Zusätzlich ist die Durchblutung und Feuchtigkeitsversorgung an der Narbe selbst nur sehr gering, was die eigentliche Funktion der Haut, wie zum Beispiel die Feuchtigkeitsregulierung und Absonderung von Schadstoffen stark beeinflusst.

Aknenarben richtig behandeln

Um Aknenarben behandeln zu können, gibt es mittlerweile zahlreiche Mittel und Wege, nur sollte man sich im Vorfeld der teils schmerzhaften und langwierigen Prozedur bewusst sein. Zudem ist nicht unbedingt jede Möglichkeit angemessen, sondern sollte von einem Hautarzt unter Einbeziehung des Hautbildes genauestens erläutert und ausgewählt werden.

Gel und Salbe zur Selbstbehandlung

Hautprodukte zur Narbenbehandlung
Hautprodukte zur Narbenbehandlung

Die einzige Methode der Narbenbehandlung, die auch zu Hause durchgeführt werden kann, ist die Selbstmassage mit einem Gel oder einer Salbe. Zum einen sorgen die Produkte für eine verbesserte Durchblutung der Haut, zum anderen wird durch Inhaltsstoffe wie Allantoin oder Dexpanthenol eine erhöhte Geschmeidigkeit des Narbengewebes erreicht. Auch Zwiebelextrakt oder Heparin sind häufig enthaltene Stoffe.

Die Selbstbehandlung mit einem Gel oder einer Salbe ist eine kostengünstige Alternative zu vielen anderen Behandlungsmethoden und, wenn möglich, in jedem Fall einen Versuch wert.

Zu bekannten Präparaten, die bei Aknenarben angewendet werden können, zählen unter anderem Contractubex Gel, Dermatix Ultra Gel sowie Scarsil Silikon Narben-Gel oder Kelo-Cote Silikon-Gel. Diese und weitere Produkte zur Narbenpflege können bei konsequenter Anwendung über einen längeren Zeitraum gute Ergebnisse erzielen und die Aknenarben abschwächen. Günstig bestellt werden können diese z.B. bei der Versandapotheke medpex.

Vorrangig eignen sich die Gele und Salben zur Behandlung hypertropher Narben. Bei der Auswahl eines Präparats empfiehlt es sich, auch Erfahrungsberichte sowie Vor- und Nachteile eines Produkts zu berücksichtigen.

Chemisches Peeling

Ein chemisches Peeling findet Anwendung zur Verbesserung der Hautoberflächenstruktur. Dafür werden Substanzen wie beispielsweise Fruchtsäuren (AHA) und Trichloressigsäuren (TCA), seltener auch Phenol eingesetzt. Je nach Stärke besitzen diese eine mehr oder weniger reizende bzw. ätzende Wirkung auf der Haut. Damit verbunden werden obere und tiefer gelegene Hautschichten abgelöst und in der Folge Unregelmäßigkeiten der Haut wie beispielsweise große Poren oder Akne, aber auch Alters- und Pigmentflecken sowie kleine erhabene Narben entfernt.

Fruchtsäure in unterschiedlicher Dosierung
Fruchtsäure zählt zu einer häufig angewendeten Behandlungsmethode. Je nach Konzentration (bis 12 Prozent) gibt es Präparate für zu Hause (beispielsweise Neohycid 10% Fruchtsäure Gel oder Bio Naturprodukte Fruchtsäure Creme). Fruchtsäure mit höherer Konzentration dürfen nur bei der Kosmetik (bis 40 Prozent) oder vom Hautarzt (bis 70 Prozent) durchgeführt werden.

In der Regel sind für einen sichtbaren Behandlungserfolg mehrere Sitzungen notwendig. Generell gilt, dass eine stärker konzentrierte Fruchtsäure tiefere Hautschichten abtragen kann. Nach einer solchen Behandlung ist unbedingt auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten. Welche Konzentration eines Präparats zur Narbenbehandlung Anwendung findet, wird immer anhand des individuellen Hauttyps bestimmt.

Mikrodermabrasion

Die Mikrodermabrasion stellt eine relativ sanfte Methode der Hautabschleifung dar. Dabei werden die oberen Hautschichten mechanisch mit Hilfe kleiner Kristalle abgetragen. Diese Behandlungsart hat positiven Einfluss auf das Hautbild und ist vor allem bei Akne und damit verbundenen Aknenarben, aber auch bei trockener Haut, großen Poren oder anderen Narben zu empfehlen. Die Behandlung ist schmerzfrei und wird für gewöhnlich von einer Kosmetikerin durchgeführt. Um effektive und andauernde Behandlungserfolge zu erzielen, sollte eine Mikrodermabrasion in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Laserbehandlung

Bei einer Laserbehandlung wird durch einen intensiven Lichtstrahl die Narbe vollständig entfernt, ohne dass es dafür eines operativen Eingriffes bedarf. Da die zur Verfügung stehenden Laservarianten recht umfangreich sind, sollte diese Form der Behandlung nur von einem erfahrenen Fachmann vorgenommen werden, um Verletzungen der angrenzenden Hautpartien zu vermeiden.

Injektionen

Narben können mit Injektionen, also Spritzen, behandelt werden. Bei atrophen Narben wird Kollagen unter das “Loch” gespritzt, um die unebene Stelle so aufzufüllen. Da das Kollagen aber nach und nach vom Körper aufgenommen wird, ist das Ergebnis nicht von Dauer.

Hypertrophe Narben werden dagegen mit Corticoiden (Kortison) unterspritzt, was dazu führen soll, dass sich Narbengewebe abbaut und der ‘Knubbel’ so kleiner wird.

Massagen

Bei der Massage werden spezielle Salben oder Cremes in die Narben einmassiert, so dass einerseits das Gewebe an sich wieder geschmeidiger wird und andererseits eine gezielte Durchblutung erzeugt werden kann. Jedoch reicht es in diesem Fall nicht aus, die Massage einige Male vorzunehmen, vielmehr bedarf es jede Menge Geduld um ein sichtbares Ergebnis erzielen zu können.

Kyrotherapie

Die Kryotherapie ist eine Vereisungsbehandlung, bei der krankes Gewebe der Haut mithilfe einer Kälteanwendung entfernt wird. In der Folge kann sich dadurch gesundes Gewebe aufbauen. Angewendet wird bei der Kryotherapie flüssiger Stickstoff, mit dem die Narben eingefroren und danach abgetragen werden. Die Behandlung ist mit einem kurzen, aber erträglichen Schmerz verbunden. Das Ergebnis ist ein geschmeidigeres und flaches Hautbild.

Operation

Mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffs kann die Narbenverhärtung komplett entfernt werden, wobei natürlich zu beachten ist, dass durch den anschließenden Nähvorgang der Haut trotzdem wieder eine Narbe zurückbleiben kann.

Behandlung mit Pflaster

Auch die Behandlung mit einem neuartigen Reduktionspflaster soll recht vielversprechend sein, dennoch sind die Statistiken noch nicht weit genug ausgereift, um das auch zu hundert Prozent bestätigen zu können. Zumindest wird der Haut eigene Regenerationsprozess angeregt, die Durchblutung gefördert und die Narbe sichtbar reduziert, wobei von einer kompletten Beseitigung nicht die Rede sein kann.

Aknenarben: rote Flecken behandeln

Neben unschönen Narben können auch sogenannte “rote Flecken” nach der Pickelbildung zurückbleiben. Zwar klingen diese Hautirritationen nach geraumer Zeit wieder ab, jedoch gibt es Mittel und Wege, diesen Vorgang auf natürliche Weise zu beschleunigen. Je nach Hauttyp und vorangegangener Akne-Geschichte können rote Flecken über Wochen, aber auch Monate bestehen bleiben. Zur Anwendung kommen dann vielfach Hausmittel und Make-Up-Produkte.

Roten Flecken mit Hausmitteln entgegenwirken

Zur Behandlung roter Flecken mit Hausmitteln kann es helfen, sich vor dem Zubettgehen an den betroffenen Stellen mit Brennnesseltee, Schwarzkümmelöl, Buttermilch oder auch Kaktusfeigenkernöl einzureiben und alles sanft in die Haut einzumassieren. Weiterhin tut der Haut aber auch Zinksalbe sehr gut, da diese oftmals zur schnelleren Wundheilung eingesetzt wird. Nichtsdestotrotz können unterstützend auch Gesichtsmasken angewendet werden, wobei Heilerde eine sehr gute Möglichkeit ist. Dies hat bereits positiven Einfluss auf das Hautbild von Akne.

Kosmetikprodukte mit Heileffekt

Obwohl eine Vielzahl von Kosmetikprodukten die Akneneubildung nur unterstützt, so gibt es auch vereinzelte Produkte, die genau das Gegenteil bewirken. Vor allem Salben, welche mit Dexpanthenol oder Allantoin versetzt sind, tragen enorm zur Hautregeneration bei, da dadurch die Haut einerseits an Geschmeidigkeit wieder zunimmt und andererseits die Durchblutung wieder gefördert wird. Dennoch reicht es nicht aus, diese Behandlung einmal vorzunehmen, vielmehr ist stetige Konsequenz in der Anwendung der Produkte wichtig, um Erfolg in der Behandlung roter Flecken zu haben.

Medizinische Behandlung

Für eine professionelle Entfernung roter Flecken, ist ein Arztbesuch notwendig.Dieser kann dann je nach Ermessen chemische Peelings, Magnetfeldtherapien, Laser- bzw. Strahlenbehandlungen oder eine Mikrodermabrasion durchführen oder zumindest empfehlen. Einige Behandlungen sind dabei mit einem klinischem Aufenthalt verbunden.

Massagen

Als besonders effektiv haben sich Massagen im Bereich der Lymphknoten herausgestellt. Diese werden mindestens einmal täglich massiert, so dass sich das Gewebe lockert und wieder geschmeidiger wird, was zugleich auch die Durchblutung anregt.